Emozioni Brutale Part II
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Kaffee ausgetrunken, Schlüssel ins Schloss….oh was ist das denn….ein Choke….naja was soll’s ist ja nur ne Probefahrt. Motor
angelassen, klingt gar nicht mal so übel. Jacke zu, Helm auf, Handschuhe an, aufsitzen. Interessanterweise hatte ich das
Gefühl als ob das Motorrad im Hosenbein meiner Lederkombi steckte. So fühlte sich das jedenfalls an. Meine Waden spürten
das feine surrende Metall aus dem inneren des Vierzylinders, die Fußrasten übertrugen diese Töne in leichte Schwingungen die
von der Stiefelsohle in den Körper geleitet wurden. Es war nicht störend, aber es war anders, ganz anders als bei meinen
Ducatis. Ich hatte irgendwie das Gefühl als hätte Tamburini schon bei der Konstruktion genau meinen Körper als Maßstab
genommen, die Sitzposition war perfekt von den Haarwurzeln über den Steiß bis zum Ende meiner kurzen Beine. Es war die
wundervolle Unmittelbarkeit, die diese MV Agusta Brutale von Anbeginn auszeichnete. 1. Gang eingelegt und langsam die
Kupplung kommen lassen und aus….neuer Versuch, Kupplung langsam kommen lassen und von der Hofeinfahrt ruckelnd auf
die kleine Straße drauf, nun aber Gashahn auf…..ups….das Vorderrad wird auf einmal ganz leicht und verliert deutlich spürbar
den Bodenkontakt. Schnell schalten, das Bike ist ja noch ganz neu, ups…und wieder wird die Front ganz leicht. Erstaunlich!!
Dann, rechts ab auf die Bundesstraße, wieder Verwunderung, ich hatte das Gefühl als das die Maschine und ich eins sind, wir
sind zu einer Einheit verschmolzen…..auf den ersten zwei Kilometern. Endlich kamen die ersten Kurven, auch hier wieder
dieses Mensch-Maschine-Erlebnis, das ist es…..nun aber mal am Gashahn gedreht, die Kraft scheint unendlich, selbst im 6.
Gang geht das Moped aus dem Drehzahlkeller von knapp unter 3000 U/min ruckel frei und brachial nach vorne. Rechts, links
und wieder rechts einfach eine Freude, normal geht es jetzt rechts ab zurück zu Django, aber da muss es doch noch einen
längeren Weg geben. Ich konnte gar nicht genug bekommen vom Gas geben, Bremsen, rechts, links, runter schalten, hoch
schalten…..! Was ein Bike, Wahnsinn was ein Bike dachte ich mir immer wieder. Als ich auf den Hof zurück kam, schien jeder
zu sehen dass ich mich mehr als amüsiert habe, da war ein Grinsen in meinem Gesicht das unweigerlich meinen Spaß den ich
hatte zum Ausdruck brachte. Was sollte ich als eingefleischter Ducati-Fan nun sagen, gespannt schauten Django und Hansi
(Werkstattmeister) auf mich als ich den Helm unten hatte…….“das Bike geht gut, nur in den Spiegeln sieht man nichts“, waren
meine ersten Worte. Ich durfte meiner Begeisterung keinen freien Lauf lassen, brächte mich das doch in eine wirkliche
Zwickmühle.
Aber es war passiert, neben dem SF1098-Virus schien nun auch der RR1078-Virus auf Angriffskurs zu gehen. Wir tranken noch
ne Tasse Kaffee und philosophierten ein wenig über die MV’s dieser Welt und wann denn nun eine SF zur Verfügung steht. Nun
aber ab nach Hause, hatte ich doch den gesamten Vormittag in Markt Berolzheim verbracht. Helm auf, Handschuhe an,
Startknopf, aufsitzen….ja das kannte ich schon länger dieses Gefühl auf meiner 848RR, aber heute war es irgendwie ganz
anders, der ständige Vergleich mit der Brutale, wenn auch das dem Vergleich von Apfel und Birne nahe kommt. Nichts war
mehr so wie es zuvor wohl mal gewesen ist.
Die Zeit verging wie im Flug und die Arbeit hielt mich von weiteren Recherchen bezüglich der Brutale ab. Bis ca. 14 Tage später
Django anrief und sagte das die SF „S“ zur Probefahrt bereit steht. OK, perfekt, Termin ausgemacht und die Vorfreude eine
ganze Woche genossen, nun war es bald soweit, endlich die SF fahren.
Bei der Ankunft standen die Brutale und die SF direkt nebeneinander, klar dachte ich, da macht die Duc doch einfach die
bessere Figur, zumindest von vorne, der tropfenförmige Scheinwerfer an der MV war nun wirklich nicht mein Geschmack,
anders dagegen die Front der SF.